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PROSA

Qualitätskriterien
für die Eignung, Ausbildung und den Einsatz
nebenamtlicher betrieblicher SuchthelferInnen

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Angebote

Die nachfolgenden Hinweise und Entscheidungskriterien zur Ausbildung von nebenamtlichen betrieblichen SuchtkrankenhelferInnen, kollegialen BeraterInnen, sozialen AnsprechpartnerInnen entstammen den den “Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und -hilfe”, herausgegeben von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V. vom November 2006 und stellen den aktuellen abgesicherten Standard in der Bundesrepublik dar.


Quelle: “Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und -hilfe” (Nov.2006).
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V. (Hrsg.).
Autoren: Elisabeth Wienemann / Günter Schumann.
Hamm:
www.dhs.de

Therapie,
Beratung +
Coaching

Betriebliche Sucht-
prävention
und -hilfe

Betriebliches Gesundheits-
management

Leitbild und
Ethik

Impressum

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Beispiel für ein Qualifizierungskonzept
für nebenamtliche Ansprechpersonen für Suchtfragen

Zeitlicher Rahmen

  • Die Ausbildung zur nebenamtlichen betrieblichen Ansprechperson für Suchtfragen hat einen zeitlichen Rahmen von 120-200 Stunden.
  • Ein Praktikum oder eine Klinikhospitation kann die Ausbildung ergänzen.
     

Absprachen vor Beginn der Ausbildung

  • Aufnahmegespräch mit der interessierten Person zur Klärung der Motivation und der Teilnahmebedingungen (Kontrakt) und der Bereitschaft zur anschließenden Praxisbegleitung bzw. Supervision und Weiterbildung.
  • Gespräch mit dem Arbeitgeber zur Klärung der Einsatzbedingungen, der Kostenübernahme und zur Freistellung für die Ausbildungszeiten.
     

Ausbildungsinhalte

Sucht- und
suchtmittelspezifische
Informationen

Aufgaben und Rolle
der betrieblichen
Ansprechperson

Beratungskompetenz
und Arbeitsmethoden

Präventionsarbeit
und Medieneinsatz

  • Suchtmittel (Alkohol,
         Medikamente, illegale  
         Drogen,
         suchtähnliche Verhaltens-
         weisen (Spielsucht, Ess-
         Störungen)
         * Wirkungsweisen
         * Vorbeugung
         * Interventionsmöglichkeit
  • Auffälligkeiten am Arbeits-
         platz
         * suchtspezifische Merk-
           male
         * psychische Probleme
           und Krisen
  • Sucht- und Abhängigkeits-
         erkrankungen
         * Entstehung
         * Krankheitsverlauf
         * Behandlungsziele und
           -möglichkeiten
         * Genesungsprozess
         * Wiederaufnahme des
           Konsums / Rückfall
  • Geschlechterspezifische
         Aspekte
         * des Suchtgeschehens
         * der Suchtprävention und
            -hilfe
  • Rollenklärung
         * Aufgaben und offizieller
           Auftrag
         * Möglichkeiten und
           Grenzen in der Rolle
         * Suchtprävention und
            -hilfe im Spannungs-
            feld betrieblicher
            Interessen
         * Selbst- und Fremd-
           wahrnehmung
  • Rahmenbedingungen der
         Tätigkeit
          * Konzept betrieblicher
            Suchtprävention und
            -hilfe
          * Organisatorischer
             Rahmen, Betriebs-/
             Dienstvereinbarung
  • Rechtliche Aspekte
         * Grundrechte, BGB
         * sozial-, arbeits- und
           dienstrechtliche Aspekte
  • Suchtprävention im
         betrieblichen Gesund-
         heitsmanagement
  • Zusammenarbeit mit
         Experten
  • Selbstmanagement
  • Evaluation


     
  • Kompetenzen zur
         Gesprächsführung
  • Information, Beratung und
         Begleitung von auffällig
         gewordenen Personen
         * Erstkontakte
         * Beratungsgespräche
         * Begleitung von Stufen-
           gesprächen, therapeu-
           tischen Schritten und
           der Reintegration im
           betrieblichen Umfeld
  • Kompetenzen zur
         Beratung und Unter-
         stützung des betrieblichen
         Umfeldes
         * Beratung von Vorge-
           setzten und Kollegen
         * Gespräche mit Interes-
            senvertretungen, Fach-
            und Führungskräften
  • Methodisches Handwerks-
         zeug für die betriebliche
         Tätigkeit als Ansprech-
         person
  • Kenntnis des regionalen
         Suchthilfesystems
  • Aufklärung und vorbeugen-
         de Arbeit im Betrieb
         * Präventionsansätze
         * Seminarkonzepte
         * Kooperationspartner
         * Zielgruppenbezogene
           Aktionen
  • Betriebliche Gesundheits-
         förderung und Sucht-
         prävention
  • Medien für Informations-
         veranstaltungen und
         Schulungen
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Qualifikation und Eignung,
Weiterbildung und Supervision
nebenamtlicher Ansprechpersonen für Suchtfragen

  • Voraussetzung für die Tätigkeit als nebenamtliche Ansprechperson sollte eine einschlägige Qualifizierung für die betriebliche Suchthilfe oder als Soziale Ansprechperson im Betrieb sein.
     
  • Die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sollte in die grundlegende Beauftragung aufgenommen und kontinuierlich - nach fachlichem Bedarf - ermöglicht werden.
     
  • Regelmäßige Supervision gehört zum fachlichen Standard nebenamtlicher betrieblicher Sucht- arbeit. Sie sollte entweder durch eine interne hauptamtliche Kraft oder in Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern oder Beratungsstellen für die Ansprechpersonen bereitgestellt werden.
     
  • Sofern der Auftrag der nebenamtlichen Ansprechpersonen sich auf alle Aufgaben der internen Beratung innerhalb des betrieblichen Suchtpräventionsprogramms bezieht, sollten folgende Eignungskriterien bei der Auswahl berücksichtigung finden:
     
    • Die Ansprechperson sollte ein Präventionskonzept vertreten, das den risikoarmen bis riskanten Konsum von Suchtmitteln sowie Suchtgefährdung und -erkrankung umfasst und das neben Alkohol auch andere sucht(mittel)bedingte Gefährdungen einbezieht.
       
    • Die Ansprechperson sollte über fachliche und kommunikative Fähigkeiten verfügen, damit sie als Berater/in aktzeptiert wird.
       
    • Sie sollte einer Arbeitsebene angehören, die es auch Führungskräften erleichtert, sich Unterstützung zu holen; ggf. sind unter diesem Aspekt, je nach Beschäftigungsstruktur, mehrere Ansprechpersonen in verschiedenen Bereichen des Betriebes einzusetzen.
       
    • Die Ansprechperson sollte die Fähigkeit und Bereitschaft zur interdisziplinären Kooperation mitbringen, damit vernetztes Handeln mit anderen Fachkräften im Betrieb möglich ist.
       
    • Die Ansprechperson sollte den eigenen Ansatz sowie das eigene Verhalten reflektieren können und sich in Supervision und Fortbildung mit der Selbst- und Fremdwahrnehmung in der Rolle als Ansprechperson auseinandersetzen.
       
    • Eigene Erfahrungen mit Abhängigkeiten können nützlich sein. Die Ansprechperson sollte aber für die Tätigkeit Abstand zu ihren eigenen Erfahrungen in der Krankheits- wie in der Genesungs-Phase gewonnen haben. Für selbst Betroffene sollte eine mindest zwei- jährige Abstinenzzeit vor Übernahme der Tätigkeit als nebenamtliche Ansprechperson vorausgesetzt werden.
       
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Vereinbarungen und Festlegungen zum Einsatz
von nebenamtlichen Ansprechpersonen
für Suchtfragen

Auftrag und Aufgaben für nebenamtliche Suchtarbeit im Betrieb

  • Der Aufgabenbereich für nebenamtlich tätige Ansprechpersonen sollte von dem Steuerungs- gremium / Arbeitskreis eindeutig definiert und schriftlich festgelegt werden, möglichst im Rahmen einer Betriebs- oder Dienstvereinbarung.
     
  • Die schriftliche Beauftragung sollte sich auf alle wesentlichen Aspekte der Tätigkeit der neben- amtlichen Ansprechpersonen beziehen.
     
  • Mit der Beauftragung sollte gesichert werden, dass aus der Wahrnehmung der Aufgaben als Ansprechperson keine Nachteile im Hauptamt entstehen und sie jederzeit von ihrem Nebenamt zurücktreten können.
     

Beispiel einer Regelung in einer Betriebs- / Dienstvereinbarung

  • Die nebenamtlich tätigen Ansprechpersonen haben die Aufgabe, sowohl sucht(mittel)auffällige Beschäftigte zu beraten als auch den Personalverantwortlichen - vor allem Vorgesetzten - Unterstützung im Handeln gegenüber auffälligen Beschäftigten zu geben.
     
  • Ziel der Beratungstätigkeit mit den Betroffenen ist die Annahme von Unterstützungsangeboten und Vermittlung in externe Facheinrichtungen.
     
  • Für die nebenamtlichen Ansprechpersonen wird eine Schweigepflicht vereinbart. Diese gilt für alle Beratungsgespräche, die im Rahmen des Nebenamtes geführt werden, es sei denn, die zu beratenden Personen erklären im Einzelfall schriftlich ihr ausdrückliches Einverständnis mit der Weitergabe der Information.
     
  • Die Ansprechperson arbeitet in fachlichen Netzwerken mit. Sie hält insbesondere den Kontakt zu externen Beratungseinrichtungen und zum regionalen Versorgungssystem der Suchthilfe.
     
  • Die Ansprechperson bzw. ein/e Vertreter/in der nebenamtlichen Ansprechpersonen ist Mitglied im Steuerungsgremium.
     
  • Die Ansprechperson wird für die Tätigkeit in der Suchtprävention und -hilfe mit angemessenem Zeitbudget freigestellt. Die Freistellung kann entweder über die Anspruchnahme von Zeit nach Bedarf oder über ein festgelegtes Freistellungskontingent geregelt werden.
     
  • Die Ansprechperson wird in der Arbeitsorganisation so eingesetzt, dass das Nebenamt störungsfrei ausgeübt werden kann. Die Einsatzbereiche sind auf den Bedarf des Betriebes abzustimmen (z.B. im Schichtbetrieb).
     
  • In Absprache mit dem oder der Vorgesetzten kann die Ansprechperson zur Erfüllung ihrer Aufgaben den Arbeitsplatz verlassen (um z.B. Beschäftigte zu externen Einrichtungen zu begleiten). Fahrten und Dienstgänge in der Ausübung des Nebenamtes werden erstattet.
     
  • Die Ansprechperson arbeitet - in Abstimmung mit dem Arbeitskreis / Steuerungsgremium - fachlich weisungsfrei. Sofern außerdem hauptamtliche BeraterInnen in der internen Einrichtung arbeiten, sind die nebenamtlichen Ansprechpersonen diesen zugeordnet.
     
  • Für die Beratung werden geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Für die Kontakt- aufnahme mit der Ansprechperson für Suchtfragen wird eine telefonische Leitung zur Verfügung gestellt, bei der die Zielnummer nicht in der Zentrale gespeichert wird.
     
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Stand: Januar 18, 2015